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BERICHT über die Förderung fair gehandelter Radsportbekleidung durch den LSB

02. 02. 2021

Ein Bericht des R.V. Iduna – Abteilung Sportmaterial - zur nachhaltigen Beschaffung fair gehandelter Radsportbekleidung

 

Als es im Frühsommer 2020 um eine Neubestellung unserer Radsportbekleidung ging, die Mehrheit der aktiven Mitglieder noch einmal das bekannte Design wünschten, war es uns wichtig einen Hersteller und Vertrieb zu finden, der unter dem Aspekt von Nachhaltigkeit und fairem Handel diese Produkte anbietet.  Uns war schon länger das Förderprogramm des LSB Berlin bekannt, der sich  für die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele einsetzt  und vom  Senat von Berlin in der Kampagne „Berliner Sport-Rund um Fair“, welches den Vereinen Zuwendungen nach Prüfung der Förderung für die Beschaffung fair gehandelter Sportartikel (in unserem Fall die Radsportbekleidung) gewährt.  Von diesen Ideen und der Möglichkeit der Zuwendung inspiriert, klärten wir erst einmal was fairer Handel im Sport bedeutet und betrachteten die vom LSB   anerkannten Zertifizierungen bzw. Siegel für die Produkte, die der LSB in einer Liste veröffentlicht hat. Die gängigsten Siegel legen Wert auf:

 

  1. Die Arbeitssicherheit – sie muss für die  Mitarbeiter  garantiert sein, sichere und schadstofffreie Arbeitsplätze beim Verarbeiten der Rohstoffe aus nachhaltiger Produktion, Schulungen beim Umgang mit Gefahrenstoffen, feste Arbeitszeiten, langfristige Verträge, keine Kinderarbeit -Mindestalter 16 Jahre
  2. Der Immissionsschutz – die im Herstellungsprozess der Produkte freigesetzten Immissionen, die die Umwelt belasten können, müssen während der gesamten Herstellungskette die Abluftgrenzwerte einhalten,  um die CO2 Immission zu verringern. Das erfolgt durch gezielte Auswahl der Rohstoffe und durch Reinigungsanlagen bei der Abluft.
  3. Der Gewässerschutz – er verfolgt das Ziel, Flüsse, Seen und Meere geringstmöglich zu belasten. Das heißt, es darf nur sauberes Wasser in den Naturkreislauf zurückgeführt werden. Um das Wasser schon während des Herstellungsprozesses möglichst schadstoffarm zu halten, sollte bereits bei der Auswahl der Rohstoffe höchste Sorgfalt geboten sein. Eine einwandfreie funktionierende Abwasserreinigung gehört ebenfalls dazu.
  4. Ressourcenschonend den Energieaufwand und Materialeinsatz so gering wie möglich zu halten
  5. Kurze Produktionsketten, wenn möglich nicht über die Grenzen Europas hinaus und eine übersichtliche Kommunikationspolitik vom Beginn der Produktion mit der Rohstoffbeschaffung bis zum Endvertrieb des Anbieters         ( kurze Lieferketten,  minimaler Logistikaufwand, transparente  Bedingungen).

 

Nach einiger Recherche fanden wir einen Hersteller und Vertrieb, der diese Kriterien erfüllt und der trotz nachhaltiger Produktionsweise, besten Arbeitsbedingungen und maximaler Qualität im Direktmarketing immer noch gute Endpreise anbieten kann.

Auch wenn unsere Sportbekleidung und insbesondere die speziellen Radhosen noch aus synthetischen Fasern hergestellt werden, so legt der von uns gewählte Hersteller großen Wert darauf, dass kein  Einsatz von Azorfarbstoffen und anderen Giftstoffen bei der Produktion verwendet werden. Er arbeitet nur mit Stoffherstellern aus Europa zusammen, die mit entsprechenden Zertifikaten und Siegeln ausgestattet sind.

 

Die gelieferte Sportbekleidung wurde an die Mitglieder im Dezember ausgegeben, nach Prüfung der Beschaffung hat sich der LSB mit einem Zuschuss beteiligt.

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Da der  Leistungs-und Spitzensport, aber auch der  Freizeit- und Breitensport eine sehr große konsumorientierte Dimension angenommen hat, die Wertschöpfungsketten im Sport global ausgerichtet sind, wird leider noch zu oft bei der Beschaffung von Sportartikeln  nur wenig Wert darauf gelegt, ob diese Produkte zur Ausübung des Sports unter sozial verträglichen Bedingungen hergestellt wurden und welche ökologischen Wirkungen die Wertschöpfung hat.

 

Es ist eine große Herausforderung für einen umweltbewussten Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens die Produkte zu identifizieren, die geschaffenen Siegel und Zertifikate auf Glaubwürdigkeit zu prüfen. Wir haben uns über das Internet und in Gesprächen mit Herstellern dazu sachkundig gemacht.

 

Auch passend zu dem Thema Nachhaltigkeit haben wir in 2020 unsere Vereinsadministration umgestellt bzw. optimiert. Alle Vereinsunterlagen aus der 110 jährigen Vereinsgeschichte des R. V. Iduna wurden elektronisch erfasst und archiviert; die Kommunikation erfolgt fast nur noch elektronisch, somit gibt es keinen Papierverbrauch und kaum noch Lager/Bürokosten, das alles erspart den bisherigen hohen Aufwand und Papierverbrauch – hiermit leisten wir unseren Beitrag zur Einsparung von fossilen Ressourcen u. v. m.

 

So wie wir bei der Suche nach der Sportbekleidung für das Nachhaltigkeitsthema sensibilisiert wurden, so wünschen wir uns, dass wir anderen sportlich Interessierten und den Vereinen etwas von dieser Sensibilisierung weitergeben können und das Interesse zu diesem Thema geweckt haben.

 

Gerne stehen wir mit Rat und Auskünften -soweit aus unserer Erfahrung möglich- zu diesem Thema zur Verfügung.  

 

Zeugwartin -Eveline Weiß-Thomas  01.02.2021

 

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