Günther Dominik im Jahr 1992
Eine große Trauergemeinde fand sich am 14.02.2011 auf dem Parkfriedhof Lichterfelde ein, um Günther Dominik auf seinem letzten Weg zu begleiten. Er war am 12.01.2011 im Alter von 81 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben.
Günther war ein echter Berliner Junge, der zum Einen schon früh durch manch derben Streich, zum Anderen aber auch durch überdurchschnittliche körperliche Fähigkeiten auffiel. Diese Fitness sollte ihm schon bald von großem Nutzen sein. Gegen Kriegsende kam er, erst 16-jährig, leider noch als Flakhelfer zu Einsatz, geriet in russische Gefangenschaft und wurde über Neubrandenburg nach Sibirien verschleppt. Dort musste er bis zu seiner Heimkehr nach Berlin im Jahre 1950 Zwangsarbeit im Bergwerk leisten.
Im Gegensatz zu manchen seiner Altersgenossen war er nicht an den unvorstellbaren Strapazen zerbrochen, sondern wandte sich schon bald nach seiner Rückkehr neben der spät begonnenen Berufsausbildung für einige Jahre mit großem Erfolg dem Radsport beim Schöneberger RV Iduna zu.
Mit den bereits erwähnten körperlichen Voraussetzungen und seinem Bewegungstalent fand er schnell Anschluss an die Berliner Spitzenklasse der 1950-er Jahre. Besonders auf der Bahn fuhr Günther trotz starker Konkurrenz zu jener Zeit zahlreiche Siege heraus. Aber auch bei Straßenrennen reichte es zu einigen Siegen gegen starke Gegner. So gewann er z. B. das schwere Berliner Eröffnungsrennen „Rund um die Havelberge“ am Karfreitag 1953 über 110 km in der A/B-Klasse.
Bis zu seinem Umzug nach Westdeutschland blieb er, trotz mehrerer erfolgreicher Versuche in anderen Sportarten, dem RV Iduna als passives Mitglied treu. Uns Jüngere verblüffte er in den 1960-er / 1970-er Jahre noch so manches Mal beim Wintertraining mit artistischen Einlagen, wenn er z. B. eine ganze Runde in der Sporthalle auf den Händen laufend zurücklegte!
Spät kehrte er noch einmal nach Berlin zurück, um hier den Kampf gegen seine schwere Erkrankung aufzunehmen; leider erfolglos. So mussten wir nun endgültig Abschied von Günther Dominik nehmen, werden ihm jedoch als großen Sportsmann, guten Vereinskameraden und liebenswerten Menschen ein ehrendes Andenken bewahren.
HPH. |